12. juni 2006 – gedankensprüngen hinterherjagende gefühle

weingarten, sonne, viel arbeit und ein riesiger haufen dreckwäsche…. dazu dann noch diverse schmetterlinge, wunderschöne erinnerungen und mitkartoffelsalaler ohne kartoffelsalat. und schon geht alles leichter.

leichter ist gut gesagt. eine gewisse schwermütigkeit hat sich gerade eben wieder auf mein gemüt gelegt. fernweh macht sich schon wieder breit. kaum 12 h hier und schon wieder neue pläne. sehnsucht. sehnsucht nach der weite. nach fremden ländern. sehnsucht nach abenteuern. sehnsucht nach einem anderen leben.

trampen ist praktisch. erstens kostet es nichts und man kommt recht schnell überall hin, wenn man die richtigen ziele hat und abgesehen davon lernt man sehr viele leute mit sehr unterschiedlichen geschichten kennen. und im laufe meines tramperdaseins hat sich da etwas herauskristallisiert, das mir selbst schon aufgefallen ist – mein leben kann und wird nicht "normal" ausfallen. etwas das sicher ist, ist, dass ich wohl nie mein eigenen kleines häuschen in oberschwaben oder sonstwo besitzen werde, dort mit mann und kindern glücklich werde und ein geregeltes leben lebe. jeden tag arbeiten gehen, abend heimkommen, kochen, hausaufgaben kontrollieren, kinder ins bett bringen, mit meienm mann vor dem fernseher sitzen und dann früh ins bett gehen, weil man am nächsten morgen früh aufstehen muss um frühstück vorzubereiten, die kinder inde schule zu schicken und dann selbst zu arbeit zu gehen und ein mal im jahr in den urlaub fahren. das kann es doch nicht sein. jedenfalls nicht für mich. mag es für andere das höchste der gefühle sein eines tages im eigenen kleinen heim zu sitzen und eine glückliche kleine familie zu spielen, ich kann mir das beim besten wilen nicht vorstellen. wo bleibt da das leben? wie soll man es da schaffen der routine zu entkommen?

wieso komm ich gerade jetzt dazu? also das hat mehrere gründe. einerseits ist da das vergangene hc camp in berlin. viele menschen und noch mehr ideen und pläne. andere leute schaffen es ihre pläne zu verwirklichen und die sind noch viel ungewöhnlicher als meine. ich plane immer vor mich hin. zu viele dinge, die im weg sind und immer dawischen stehen. aber man kann ja auch einfach nein sagen. und nicht mehr auf alles und jeden hören. einfach sein eigenes leben leben. seinen träumen nachgehen. braucht man dazu geduld? was ist richtig? gibt es den richtigen zeitpunkt? massenweise gedanken und fragen türmen sich in meinem kopf. ist es das wirklich wert 5 jahre in einer stadt zu verbringen und dort etwas zu machen, das einem keinen spaß macht nur um nacher immer noch nicht fertig zu sein? was hat mir mein leben in weingarten bisher gebracht? summa summarum mehr kummer als freude. depressionen und der dauernde wunsch wo anders zu sein. weiterentwicklung der persönlichkeit? – nein, die hat immer wo anders stattgefunden. schweden. das war der mit abstand schönste teil meines studiums. studiumsmäßig hab ich da sogar etwas gelernt, jedenfalls in der ersten hälfte. womit komm ich überhaupt klar? mit den leuten hier nicht, mit der ph nicht, mit dem deutschen schulsystem nicht… hier gibt es so viele hohe mauern an die ich anecke. alleine und in kurzer zeit lassen die sich nicht niederreißen. manche werden wohl immer bestehen bleiben, in den köpfen anderer und in meinem eigenen. lohnt es sich wenigstens zu versuchen etwas zu ändern? lassen sich wenigstens kleinigkeiten verbessern? oder ist es ein kampf gegen windmühlen an dem man nur kaputt geht?

einer dieser leute mit den vielen plänen ist andib, der mit dem großen gelben bus. der mit den vielen träumen. der der irgendwie anders ist. und zwar so ganz anders als "geplant". jemand der das unglaubliche geschafft hat meine art zu denken zu verstehen. ein chaot, der kochen kann. und so vieles mehr. je länger ich nachdenke um so mehr dinge fallen mir auf. lohnt es sich etwas ganz verrücktes zu versuchen, von dem man fest davon überzeugt ist, dass es nicht funktioniert? soll man sich einen kleinen hoffnungsschimmer anzünden. ein kleines teelicht, mit dem dann etwas in die gedanken und ins herz gebrannt wird? wie groß wird der schmerz sein, wenn dann am ende alle versuche gescheitert sind? kommt man ein zweites mal über so etwas hinweg? wird man es überleben? darf man über so etwas überhaupt im vorhinein nachdenken? und wieso stellen sich solche fragen immer dann wenn man überaupt keine zeit dafür hat? gibt es überhaupt eine passende zeit für solche angelegenheiten?

ich muss weiter. weiter arbeiten. weiter denken. weiter leben. abwarten. warten auf das was kommt. warten auf das was das leben bringt. aber dabei nicht nur in die wartende position verfallen und alles annehmen was kommt. für so viele dinge muss man arbeiten. nicht nur körperlich, sondern vor allem auch anders. an sich selbst muss man wohl am meisten arbeiten. und dann aufpassen, dass man die chance nicht verpasst. auf den eigenen zug aufspringen und herausfinden was man alles erreichen kann. wie weit einen ein daumen bringen kann. oder was ein lächeln alles verändern kann.

heute schon jemanden auf der straße angelächelt? wenn nicht, dann ist es an der zeit. die sonne scheint, es ist sommer und das leben ist dazu da gelebt zu werden!

Published in: on Juni 12, 2006 at 2:37  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. wenn ich dir etwas raten darf, dann ist das wohl das selbe wie das was mir alle gesagt haben: mach dein studium noch fertig … oder so …
    und was ich einfach ignoriert hab. und das stoert mich nicht im geringsten. aber ich hab auch noch nen trumpf in der tasche.
    ich bin nur ein traeumer mit nem joker und daher riskier ich es … ich weiss nicht ob ich es ohne den joker auch machen wuerde … vielleicht … aber dann nicht mit dem bus und bestimmt noch sorgenfreier.
    ich bin mir sicher du wirst deinen weg finden und ich hoffe dir dabei das eine oder andere mal begegnen zu duerfen …
    bis bald.

  2. ich sag dir, das leben im bus ist keine grosse freude, wenn man eigentlich staendig vor dem rechner haengen mag. 2 monate in neuseeland haben mir gereicht (soo schlimm war es natuerlich nicht). ausser man hat genuegend kohle und installiert sich ne solaranlage. dann braucht es natuerlich noch n mobiles internet zu erschwinglichen preisen. und in D wird es auch zu kalt im winter….
    lehrerin kannst du auch ohne studium als beruf ausueben, wenn wohl auch nicht in D. in vielen aermeren laendern dieser welt gibt es die moeglichkeit sowas zu machen – und sei es als deutsch-lehrerin.
    ansonsten kopf hoch und verkaufe deine arbeitskraft nur soweit, dass du reisen kannst.🙂


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